Dem Hipster sei Dank: Die Fliege erlebt derzeit eine wahre Renaissance. Das Ding mit der Anmutung eines Halspropellers – im wahren Leben eigentlich Querbinder genannt – war so gut wie weg vom Fenster, die Krawatte hatte sich sowohl im Job als auch bei Abendveranstaltungen durchgesetzt. Klar, zum Smoking trug Mann von Welt Fliege, aber selbst auf den roten Teppichen im Showbiz sah man stets mehr schmale schwarze Schlipse als dezente Fliegen.

Das ändert sich gerade. Die Krawatte hat in vielen Bereichen ausgedient, selbst in konservativen Branchen leben Vorstände den lockeren Stil des geöffneten Hemdkragens vor und tragen zur Casualisierung der Mode bei. Und jetzt die Gegenbewegung. Der adrette Typ, gerne mit Vollbart, gepflegt, modisch weit vorne, trägt sie wieder. Die Fliege ist back, und zwar in allen Facetten. Mal feierlich schlicht in schwarz, mal bunt gemustert in auffallenden Farben, fast alles geht. Perfekte Ergänzung zur Fliege sind übrigens Hosenträger. Denn wer Fliege trägt, der nutzt keinen schnöden funktionalen Gürtel, sondern greift lieber zu diesen auffallend modischen Accessoires, die ausgezeichnet mit der Fliege korrespondieren.


Fliegen bekommt man damals wie heute übrigens fertig gebunden, zur hohen Kunst gehört es aber, seine Fliege selbst zu binden.
Hier eine kleine Anleitung:
Hemdkragen aufstellen, Fliege so umlegen, dass ein Ende etwa 4 cm kürzer ist.
Längeres Ende über das kürzere legen (1).
Längeres Ende nach oben durch die Schleife ziehen (2).
Nach unten hängendes Teil in der Mitte zusammenhalten (3).
Zusammen gehaltenes Teil festhalten und anderen Teil nach vorne darüber ziehen.
Oberen Teil nach unten legen, so dass er genau über der Mitte des zusammengehaltenen Teils liegt (4).
Nach unten hängenden Teil durch die Innenseite nach oben ziehen und durch die Schleife ziehen (5).
Fliege ausrichten, indem man an beiden Flügeln zieht (6 & 7).